Stell Dir vor, Du sollst als Requirements Engineer mit EPK die einzelnen Schritte in einem Prozess modellieren. Lies weiter, um zu erfahren, auf was Du dabei achten solltest.

Wie Du mit EPK die einzelnen Schritte in einem Prozess modellieren kannst

Du sollst in der Rolle eines Requirements Engineers die Abläufe und Prozessschritte eines Systems modellieren. Das kann sinnvoll sein, um die exakten Abläufe eines Prozesses bestimmen zu können.

Du kannst für die Modellierung die EPK verwenden, die ich Dir jetzt vorstellen werde.

EPK zählt zu den modellbasierten Dokumentationsformen. Eine Übersicht über Dokumentationsformen habe ich hier gegeben.

Was ist die EPK – Ereignisgesteuerte Prozesskette?

Die EPK steht für ereignisgesteuerte Prozessketten. Sie dienen zur grafischen Darstellung von Geschäftsprozessen einer Organisation. Sie wurden 1992 von Prof. Scheer im Rahmen eines Forschungsprojektes mit SAP zur Beschreibung von Geschäftsprozessen entwickelt. Daher haben EPKs in der Prozessanalyse und Prozessmodellierung eine weite Verbreitung gefunden.

Symbole und Regeln für Ereignisse und Funktionen

  1. Ein Ereignis ist ein Zustand, der vor oder nach einer Funktion auftritt. Das Symbol für ein Ereignis ist sechseckig.
  2. EPKs beginnen immer mit einem Ereignis, dem Startereignis.
  3. Ein Startereignis hat genau eine ausgehende Kante.
  4. EPKs enden immer mit einem Ereignis, dem Endereignis.
  5. Ein Endereignis hat genau eine eingehende Kante.
  6. Ereignisse und Funktionen wechseln sich ab.
  7. Ein Ereignis (wenn es kein Start- oder Endereignis ist) hat genau eine eingehende und eine ausgehende Kante.
  8. Eine Funktion hat genau eine eingehende und eine ausgehende Kante.
  9. Eine Funktion (Prozess) ist eine Aktion oder Aufgabe, die auf ein Ereignis folgt.
  10. Funktionen werden durch Rechtecke mit abgerundeten Ecken symbolisiert.
  11. Kanten oder gerichtete Graphen zeigen die Richtung des Kontrollflusses in der die EPK durchlaufen wird.
  12. EPKs müssen mindestens ein, können auch mehrere Startereignisse haben.
  13. EPKs müssen mindestens ein, können auch mehrere Endereignisse haben.

Mit den ersten Symbolen und Regeln können wir unsere erste EPK zeichnen.

Wie Du mit EPK die einzelnen Schritte in einem Prozess modellieren kannst

Abbildung: Ereignisse und Funktion

Dieser erste lineare Ablauf ist zum grundsätzlichen Verständnis hilfreich. Für die Modellierung realer Abläufe muss der Ablauf gesteuert werden können, z.B. mit Gateways.

Konnektoren

Mit Konnektoren kannst Du den Kontrollfluss steuern, verzweigen und auch wieder zusammenführen. Es gibt drei Arten von Konnektoren:

  • XOR ,
  • AND,
  • OR.

XOR-Konnektor

Ein exklusives Gateway modelliert eine Alternative, auch entweder – oder Entscheidung genannt.

In meinem Beispiel beginnt der Prozess zu laufen, nachdem eine Kundenanfrage eingetroffen ist. Nach der Prüfung auf Verfügbarkeit folgt ein exklusives Gateway.

Es ist nur eine der beiden Alternativen möglich, entweder ist der Artikel lieferbar oder nicht.

Beide Alternativen gleichzeitig sind unmöglich und es muss genau eine Alternative gewählt werden.

Wie Du mit EPK die einzelnen Schritte in einem Prozess modellieren kannst

Abbildung: Beispiel XOR-Konnektor

AND-Konnektor

Ein AND-Konnektor modelliert eine parallele Ausführung.

In meinem Beispiel beginnt der Prozess zu laufen, nachdem der Termin für die Pressekonferenz festgelegt wurde. Die Aktivität „Einladungen versenden“ und „Termin auf der Internetseite bekannt geben“ können parallel ausgeführt werden, zum Bespiel durch unterschiedliche Bearbeiter.

Wie Du mit EPK die einzelnen Schritte in einem Prozess modellieren kannst

Abbildung: Beispiel AND-Konnektor

OR-Konnektor

Ein OR-Konnektor modelliert eine Entscheidung aus mindestens einer oder mehreren Alternativen.

In meinem Beispiel beginnt der Prozess zu laufen, nachdem sich der Kunde im Buchungsportal angemeldet hat. Der Kunde wählt eine Leistung. Als Alternativen können die Aktivitäten „Hotelauskunft anzeigen“ oder „Flugplanauskunft anzeigen“ oder beide Alternativen ausgewählt werden.

Wie Du mit EPK die einzelnen Schritte in einem Prozess modellieren kannst

Abbildung: Beispiel OR-Konnektor

Symbole und Regeln für Konnektoren

  1. Ein XOR-Konnektor modelliert exakt eine Alternative.
  2. Ein AND-Konnektor modelliert eine parallele Ausführung.
  3. Ein OR-Konnektor modelliert mindestens eine oder mehrere Alternativen.
  4. Ein Konnektor mit einer eingehender und mehrere ausgehende Kanten wird als Split Konnektor bezeichnet.
  5. Ein Konnektor mit mehreren eingehenden und einer ausgehenden Kante wird als Join-Konnektor bezeichnet.
  6. Der Split- und zugehörige Join-Konnektor müssen IMMER vom selben Typ sein.
  7. Vor einem XOR-Split-Konnektor oder einem OR-Split-Konnektor muss IMMER eine Funktion kommen, das eine Prüfung durchführt.
  8. Nach einem XOR-Split-Konnektor oder einem OR-Split-Konnektor muss IMMER ein Ereignis kommen, das prüft, ob der Kontrollfluss betreten werden kann.

EPK-Diagramme erzeugen mit der bflow-Toolbox

Über das Internet ist ein Modellierungswerkzeug verfügbar, mit dem Du EPK-Diagramme erstellen kannst. Die Software hat den Namen bflow. Sie ist unter folgendem URL erreichbar:

bflow.org/download

Und das Beste ist, die Software ist ohne Kosten verfügbar.

Beispiel EPK-Diagramm

Modelliere den angegebenen Sachverhalt „Mietvertrag“ mit der bisher bekannten Notation der elementaren EPK.

  • Nachdem der Kunde seinen Mietvertrag vorgelegt hat, werden die Kundendaten überprüft.
  • Einige Daten sind bereits im Auftragsbearbeitungssystem vorhanden.
  • fehlende Daten (z.B. Bankverbindung, Mobilfunknummer) werden vor Ausstellung des Mietvertrages nachträglich erfasst.
  • Anschließend wird der Mietvertrag ausgestellt.
Wie Du mit EPK die einzelnen Schritte in einem Prozess modellieren kannst

Abbildung: Beispiel EPK-Diagramm

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Wie Du mit EPK die einzelnen Schritte in einem Prozess modellieren kannst

Abbildung: Verkaufsbox CPRE-FL

Zusammenfassung

In diesem Newsletter habe ich Dir gezeigt, wie Du mit Du mit EPK die einzelnen Schritte in einem Prozess modellieren kannst.

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