Stell Dir vor, Du sollst Deinem Chef erklären, wie Du mit der UML in 7 Schritten ein System modellierst. Lies weiter, um zu erfahren, wie Du in 7 einfachen Schritten ein System modellierst

Wie Du mit der UML in 7 Schritten ein System modellierst

Angenommen, Du fährst mit Deinem Chef gemeinsam mit dem Aufzug von der Tiefgarage in das Stockwerk, in dem Euer Arbeitsplatz ist. Dein Chef stellt Dir die Frage: „Sag mal, in Euerem neuen Projekt XYZ, wie geht Ihr da vor? Wie kommt Ihr von den Zielen über die Anforderungen zum fertigen System?“

Die Zeit drängt

Du hast nur eine Minute Zeit, dann seid Ihr in Euerem Stockwerk. Was antwortest Du ihm?

Ihr habt jetzt das Erdgeschoss passiert. Du siehst viele Fragezeichen auf der Stirn Deines Chefs und hörst eine gewisse Ungeduld in seiner Stimme.

Zum Glück erinnerst Du Dich an ein Bild, dass Du in einem Blogartikel bei Projektstart.com gesehen hast.

Wie Du mit der UML in 7 einfachen Schritten ein System modellierst

Abbildung 1: Wie Du mit der UML in 7 Schritten ein System modellierst

Von den Zielen über das Grobdesign zum Feindesign

  1. Ihr sein jetzt im ersten Stock. Hier kannst Du Deinem Chef erklären, dass Ihr zuerst den Ist-Stand analysiert, Geschäftsprozesse beschreibt und mit Aktivitätsdiagrammen dokumentiert. Der Chef erinnert sich, über Aktivitätsdiagramme hat er in einem früheren Blog-Artikel hier schon mal gelesen. Dein Chef sagt „Ist bekannt, weiter“.
  2. Dann kommt Ihr in den zweiten Stock. Hier kannst Du Deinem Chef erklären, dass Ihr dann für das neue System die Ziele und Stakeholder identifiziert und die Stakeholder dann analysiert. Auch hier erinnert sich der Chef, über Stakeholder und deren Wichtigkeit hat er auch einen interessanten Blogbeitrag hier gelesen. Dein Chef meint „Wer sein Ziel nicht kennt, kommt nirgendwo an, gut“.
  3. Während Ihr den dritten Stock passiert, erklärst Du Deinem Chef, wenn wir abgestimmte Ziele haben und unsere Stakeholder kennen, dann legen wir die Anwendungsfälle oder Use-Cases Use-Case ist die englische Bezeichnung für Anwendungsfall. Use-Case Diagramme sind in der UML definiert. Anforderungsanalytiker setzen sich mit den Stakeholdern zusammen und formulieren gemeinsam die Arbeitsprozesse in Form von Anwendungsfällen, die durch die Software unterstützt werden sollen. Als Ergebnis werden Anwendungsfälle identifiziert, ein Hauptszenario und mehrere Nebenszenarien oder Fehlerszenarien beschrieben. Aus den Use-Cases kannst Du funktionale und nicht-funktionale Anforderungen ableiten. Dein Chef erinnert sich an einen Blogartikel hier, in dem der Unterschied zwischen funktionalen und nicht-funktionalen Anforderungen erklärt war. Du merkst ein wissendes Kopfnicken bei Deinem Chef.
  4. Ihr seid jetzt schon im vierten Stock Hier erklärst Du Deinem Chef, wir haben bereits die Anforderungen identifiziert, dokumentiert und abgestimmt. Das sind drei der vier Disziplinen eines Requirements Engineers. Jetzt können wir ein Grobdesign der Systemarchitektur entwerfen. Wir können grundlegende Klassen ableiten und mit Klassendiagrammen, die in der UML beschrieben sind, dokumentieren. Zum Kopfnicken Deines Chefs kommt noch ein Lächeln hinzu.
  5. Während Ihr das fünfte Stockwerk passiert, erklärst Du Deinem Chef, sobald wir die Klassen identifiziert haben, können wir mit der Hilfe von Sequenzdiagrammen prüfen, ob sich unser Grobdesign korrekt verhält. Dein Chef fragt Dich, was Sequenzdiagramme sind. Davon hat er noch nie was gehört. Du erklärst ihm, Sequenzdiagramme sind eine weitere Diagrammart, die in der UML definiert sind und die Reihenfolge von Aufrufen oder die Reihenfolge von Nachrichten auf einer Schnittstelle oder Benutzerinteraktionen darstellen. Damit können wir überprüfen, ob sich die Use-Cases mit dem Grobdesign realisieren lassen. Das ist eine Sicherung, bevor wir mit dem Feindesign und der Realisierung beginnen. Dein Chef sagt: „Ja, genau“.
  6. Ihr seid jetzt im sechsten Stock Du erklärst Deinem Chef, dass Ihr jetzt mit dem Feindesign beginnt. Ihr verfeinert die Architektur mit detaillierteren Klassendiagrammen und ihr benutzt jetzt auch Zustandsdiagramme. Das ist ebenfalls ein Diagrammtyp der UML. Damit könnt Ihr das gewünschte Verhalten eures Systems besser beschreiben. Dein Chef fragt ungeduldig, wie es jetzt weitergeht.
  7. Ihr seid jetzt im siebten und letzten Stockwerk Du sagst Deinem Chef noch, Ihr habt ein neues Werkzeug, ein CASE-Tool. Ihr könnt jetzt aus den UML-Diagrammen, die Ihr bisher erzeugt habt, Teile Eurer Software automatisch erzeugen. Ihr habt somit eine Dokumentation Eurer Anforderungen, der Systemarchitektur und Eures Feindesigns. Der Meilenstein für die Lieferung des ersten Prototyps sollte aus heutiger Sicht möglich sein. Ebenso habt Ihr mit der Dokumentation eine Testbasis für das Testteam geschaffen. Dein Chef ist begeistert. Während Ihr den Aufzug gemeinsam verlasst, gibt er Dir die Hand und gratuliert Dir. Er sagt „Der richtige Mann am richtigen Ort. Das habe ich verstanden. Ein Glück, solche Mitarbeiter zu haben, die einen Plan und ein Konzept haben“.

Zusammenfassung

In diesem Beitrag habe ich Dir beschrieben, wie Du mit der UML in 7 einfachen Schritten ein System modellierst.

  1. Ist-Analyse und Geschäftsprozesse
  2. Ziele identifizieren und Stakeholder analysieren
  3. Anwendungsfälle (Use-Cases) beschreiben
  4. Systemarchitektur mit Klassendiagrammen modellieren
  5. Sequenzdiagramme erstellen
  6. Im Feindesign Klassendiagramme und Zustandsdiagramme erstellen
  7. Mit Hilfe von CASE-Tools die Software erstellen

Wie Du mit einem Aktivitätsdiagramm Anforderungen abstimmen kannst

In meinem letzten Newsletter hier hatte ich schon beschrieben, wie Du mit einem Aktivitätsdiagramm Anforderungen abstimmen kannst.

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